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Prompts · Grundlagen

Sechs Bausteine eines Prompts.

Ein Prompt, der zuverlässig arbeitet, beantwortet sechs Fragen, bevor das Modell sie stellt; anders als einzelne Kniffe veraltet dieser Aufbau nicht mit dem nächsten Modell. Fehlt eine Antwort, ergänzt das Modell sie selbst — plausibel, aber nicht unbedingt richtig.

Die sechs Bausteine

  1. 1RolleAus welcher Sicht wird geantwortet?

    Legt Fachsprache, Detailtiefe und Blickwinkel fest. Damit beantwortet der Steuerberater dieselbe Frage anders als der Vertriebler.

    Du bist mein Angebots- und Rechnungsassistent für einen Handwerksbetrieb.

  2. 2AuftragWas genau soll getan werden?

    Ein Satz, ein Ergebnis. Zwei Aufträge in einem Prompt führen dazu, dass einer davon oberflächlich erledigt wird.

    Aus meinem Gesprächsprotokoll erstellst du eine Positionsliste und daraus ein Angebot.

  3. 3KontextWas muss man wissen, um das zu können?

    Der längste Teil und der, der den Unterschied macht. Stammdaten, Preise, Regeln des Hauses. Alles, was hier fehlt, erfindet das Modell oder fragt danach — und ohne ausdrückliche Anweisung erfindet es lieber.

    Standard-Stundensatz 78 EUR netto, Zahlungsziel 14 Tage, USt 19 %.

  4. 4FormatWie soll das Ergebnis aussehen?

    Tabelle, Fließtext, JSON, Code. Ohne Angabe kommt Fließtext, und der lässt sich nicht weiterverarbeiten. Auch die Länge gehört hierher.

    Ausgabe als Markdown-Tabelle, Beträge mit zwei Nachkommastellen.

  5. 5RegelnWas ist verboten?

    Der Baustein, der am häufigsten fehlt und am meisten bringt. Vor allem: was das Modell tun soll, wenn ihm etwas fehlt.

    Rate keinen Preis, den ich dir nicht gegeben habe. Fehlt dir eine Angabe, frag danach.

  6. 6BeispielWie sieht ein gutes Ergebnis aus?

    Ein einziges vollständiges Beispiel wirkt stärker als drei Absätze Beschreibung. Bei festen Formaten fast immer die schnellste Verbesserung.

    So sieht eine fertige Zeile aus: | Montage Schaltschrank | 4 | Std | 78,00 | 312,00 |

Die Prompts in der Bibliothek sind alle so gebaut — wer einen davon aufklappt, sieht die sechs Teile in dieser Reihenfolge. Der Prompt Builder setzt sie aus Ihren Angaben zusammen.

Was nicht funktioniert

Verbreitete Ratschläge, die messbar nichts bringen. Sie wegzulassen bringt mehr als jeder weitere Zusatz — vor allem, weil der Prompt dadurch lesbar bleibt.

„Sei kreativ" oder „denk gründlich nach"
Aufforderungen ohne Inhalt. Neuere Modelle rechnen ohnehin schrittweise, wo es hilft; bei den übrigen macht die Formel den Prompt länger, nicht besser. Konkret zu sagen, was am Ergebnis anders sein soll, wirkt dagegen sofort.
Höflichkeit, Drohungen, Trinkgeldversprechen
„Bitte", „das ist sehr wichtig für meine Karriere", „ich gebe dir 200 Euro" — kursiert seit Jahren und ändert am Ergebnis nichts Belastbares. Es schadet auch nicht; es kostet nur Platz im Kontextfenster.
Immer alles hineinpacken
Was mitten in einer sehr langen Eingabe steht, wird schlechter beachtet als das an Anfang und Ende. Wichtige Regeln gehören ans Ende, nicht in die Mitte einer Materialsammlung.
Mehrere Aufgaben in einem Prompt
„Fasse zusammen, übersetze und schreib eine Mail" liefert drei mittelmäßige Ergebnisse. Nacheinander liefert drei gute — und man sieht, welcher Schritt schiefging.
Nachfragen im selben Verlauf, wenn es schiefging
Ein Verlauf mit einer falschen Antwort darin zieht die nächste in dieselbe Richtung. Bei einem groben Fehler ist der neue Verlauf mit verbessertem Prompt schneller als das Nachbessern.

Der wichtigste Satz

„Fehlt dir eine Angabe, frag danach — rate nicht."

Ein Sprachmodell erzeugt plausible Fortsetzungen. Ob sie stimmen, ist keine Eigenschaft, die es prüfen kann. Wer diesen Satz weglässt, bekommt eine Antwort ohne Lücke — und merkt erst später, dass die Lücke gefüllt statt geschlossen wurde. Was das für Ihre Daten heißt, steht unter Betriebsdaten und DSGVO; die Begriffe aus den Angeboten stehen im Glossar.