Seriösen KI-Dienstleister finden: was Sie vorab prüfen und im Gespräch klären
Sie suchen zum ersten Mal einen KI-Dienstleister und wissen nicht, wen Sie ansprechen sollen. Hier steht, was Sie vor dem ersten Gespräch selbst prüfen und welche 7 Punkte Sie darin klären.
Was Sie vor dem ersten Gespräch selbst prüfen
- Impressum und Firma: Stehen dort Anschrift, Rechtsform und eine verantwortliche Person?
- Handelsregister: Jedes Profil im Register zeigt, soweit das Impressum sie nennt, Firma, Rechtsform, Registerart und Registergericht, dazu einen Link zum amtlichen Register (Handelsregister, in Österreich Firmenbuch, in der Schweiz Zefix). Die Registernummer erscheint nach einer kurzen Prüfung im Browser.
- Leistungsfeld: Passt, was der Betrieb laut eigener Website macht, zu Ihrer Aufgabe? Ein Chatbot für den Kundendienst ist eine andere Arbeit als die Auswertung von Maschinendaten. Das Register ordnet jeden Betrieb Leistungsfeldern zu.
- Sitz und Region: Für Workshops im Haus und Termine vor Ort zählt die Anfahrt, für reine Softwarearbeit weniger. Im Register wählen Sie Region und Stadt.
Die Registerangaben auf dem Profil stammen aus dem Impressum und sind nicht gegen das amtliche Register geprüft. Ob es den Betrieb gibt, sehen Sie dort.
Das Häkchen „verifiziert“ heißt: Der Betrieb hat im Konto bestätigt, dass die Domain ihm gehört. Es sagt, wer hinter dem Eintrag steht, nicht, wie gut er arbeitet. Referenzen und Qualifikation prüfen wir nicht (Verifizierung).
7 Punkte für das erste Gespräch
Das BAFA rät in seinem Merkblatt zur Beraterauswahl, mit mindestens zwei Anbietern zu sprechen und schriftliche Angebote zu vergleichen. Das Vorgespräch sollte nach demselben Merkblatt kostenfrei sein.
- Referenzen aus Ihrer Branche oder Betriebsgröße: Lassen Sie sich zwei bis drei nennen und sprechen Sie mit mindestens einer davon.
- Wer setzt um? Sprechen Sie mit der Person, die das Projekt später macht. Führt nur der Vertrieb das Gespräch, bitten Sie um einen Termin mit ihr.
- Datenort und Vertrag: Wo werden Ihre Daten verarbeitet, mit welchem Modell, und gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO? Was die großen Werkzeuge dazu zusagen: ChatGPT und Claude im Unternehmen.
- Betrieb nach der Abnahme: Wer überwacht, wartet und passt an, wenn sich Formulare oder Abläufe ändern, und was kostet das im Jahr?
- Eigene Produkte: Verkauft der Anbieter eine eigene Software oder Lizenzen? Das ist erlaubt, dann ist seine Empfehlung aber nicht neutral. Fragen Sie, welche Alternativen er geprüft hat.
- Tagessatz: Der Kostenrahmen nennt je Tag netto 700–1.200 € für eine Einzelperson, 1.400–2.200 € für eine mittelstandsnahe Beratung, große Beratungshäuser ab 2.000 €. Liegt ein Satz weit darüber, fragen Sie, wofür.
- Schriftliches Angebot mit Umfang und Abnahme: was geliefert wird, woran es gemessen wird, was nicht enthalten ist. Wie Sie es lesen: Angebot prüfen.
Wer am Ende welche Pflichten aus dem AI Act trägt, klären Sie im Angebot. Was für Betriebe gilt, die KI nur nutzen: AI-Act-Pflichten.
Warnzeichen aus dem BAFA-Merkblatt
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle warnt Betriebe, die einen Berater suchen, vor drei Mustern. Sie gelten für KI-Projekte genauso:
- Eine günstige Pauschal-Analyse, nach der andere Personen eine teure Anschlussberatung verkaufen.
- Angebote per Telefon oder Werbeschreiben, um die Sie nicht gebeten haben, besonders mit dem Versprechen, Fördertöpfe für Sie zu erschließen.
- Analyse und eigentliche Beratung sollen verschiedene Personen übernehmen.
Zum Honorar schreibt das Merkblatt, Tageshonorare von Unternehmensberatern variierten „zwischen 600 Euro und 5.000 Euro pro Tag“. Das ist die Spanne für Unternehmensberatung insgesamt; für KI-Projekte stehen Erfahrungswerte im Kostenrahmen. Zeichen, die erst im Angebot auffallen, sammelt Angebot prüfen.
Wo Sie Kandidaten finden
Das Register führt aktuell über 7.200 KI-Dienstleister in Deutschland, Österreich und der Schweiz (Stand 23.10.2026), täglich kommen neue dazu. Sie wählen Leistungsfeld, Region und Stadt; verifizierte Einträge stehen vorn, und für den Platz in der Liste zahlt kein Betrieb.
Das BAFA-Merkblatt nennt außerdem Empfehlungen aus dem eigenen Netzwerk, Ihre Kammer und Ihren Berufs- oder Branchenverband. Die Mittelstand-Digital Zentren beraten kostenlos und anbieterneutral, laufen aber aus: Viele haben ihre Förderung 2026 schon beendet. Fragen Sie beim Zentrum Ihrer Region nach, ob es noch arbeitet.
Wenn die Beratung gefördert werden soll
Die BAFA-Beratungsförderung bezuschusst Beratungskosten bis 3.500 € netto. Zwei Bedingungen betreffen die Auswahl: Der Berater muss beim BAFA registriert sein, und den Vertrag schließen Sie erst nach dem Informationsschreiben der Leitstelle. Schon die Unterschrift gilt als Beginn der Beratung; was vorher begonnen hat, wird nicht gefördert.
Fragen Sie deshalb im ersten Gespräch, ob der Anbieter registriert ist. Gefördert wird Beratung, nicht die Umsetzung, und keine Beratung, die auf den Kauf der eigenen Produkte des Beraters zielt. Andere Programme nach Land und Betriebsgröße: Förderung.
Anbieter im Register suchen
Wählen Sie Leistungsfeld und Region und sprechen Sie mit zwei bis drei Betrieben. Oder beschreiben Sie Ihr Vorhaben in einer Anfrage; passende Betriebe melden sich, die Anfrage kostet nichts.
Leistungsfeld Beratung & Consulting
Häufige Fragen
Wie viele Angebote sollte ich einholen?
Zwei bis drei. Das BAFA-Merkblatt zur Beraterauswahl rät, mit mindestens zwei Anbietern zu sprechen und schriftliche Angebote zu vergleichen. Wie Sie sie nebeneinanderlegen: Angebote vergleichen.
Was kostet ein Tag KI-Beratung?
Der Kostenrahmen nennt je Tag netto 700–1.200 € für eine Einzelperson, 1.400–2.200 € für eine mittelstandsnahe Beratung, große Beratungshäuser ab 2.000 €. Das BAFA-Merkblatt nennt für Unternehmensberatung allgemein 600 bis 5.000 € pro Tag.
Woran erkenne ich einen seriösen KI-Dienstleister?
An prüfbaren Angaben: Impressum mit Firma und Registereintrag, Referenzen aus Ihrer Branche, mit denen Sie sprechen dürfen, ein schriftliches Angebot mit Umfang und Abnahme. Vorsicht bei günstigen Pauschal-Analysen mit teurer Anschlussberatung und bei Angeboten, um die Sie nicht gebeten haben.
Brauche ich für die Förderung einen bestimmten Berater?
Für den BAFA-Zuschuss ja: Der Berater muss beim BAFA registriert sein, und den Vertrag schließen Sie erst nach dem Informationsschreiben der Leitstelle. Andere Programme haben eigene Regeln; sie stehen unter Förderung.
Was heißt „verifiziert“ im Register?
Der Betrieb hat im Konto bestätigt, dass die Domain ihm gehört. Das sagt, wer hinter dem Eintrag steht. Ob er gut arbeitet, prüft das Register nicht; das klären Sie über Referenzen und das Gespräch.
Quellen
- Merkblatt „Hinweise für KMU zur Beraterauswahl“ (Stand 01.01.2023) BAFA, bereitgestellt von der Leitstelle für Gewerbeförderungsmittel des Bundes, abgerufen am 17.10.2026
- Förderrichtlinie „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU“ vom 14.12.2022 (BAnz AT 23.12.2022 B1) in der Fassung vom 12.12.2024, konsolidiert Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, bereitgestellt von der Leitstelle für Gewerbeförderungsmittel des Bundes, abgerufen am 17.10.2026
- Förderung von Unternehmensberatungen für KMU, Programmseite Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), abgerufen am 17.10.2026
Stand 17.10.2026. Die Warnzeichen und die Honorarspanne stammen aus dem BAFA-Merkblatt, die Tagessätze sind Erfahrungswerte aus dem Kostenrahmen. Das Register nimmt keine Provision auf Aufträge.